„Es ist mehr als eines...!“

Mehrlingsschwangerschaften und worauf es dabei ankommt

Oberarzt Oliver Fietz
Oberarzt Oliver Fietz

Bei deiner ersten Ultraschalluntersuchung (meist zwischen der 5. und 8. Woche) stellt dein Frauenarzt fest, dass in deinem Bauch mehr als ein Baby heranwächst. Entweder habt ihr schon damit gerechnet, weil es in deiner oder seiner Familie bereits Mehrlinge gibt, oder es ist eine große Überraschung. Nur jede 50. werdende Mutter bekommt Mehrlinge - also seid ihr schon etwas Besonderes.
Die Ursachen dafür sind unterschiedlich: Entweder hast du dich künstlich befruchten lassen, bist schon ein bisschen älter oder eure Familien sind genetisch dazu veranlagt.

Mehr Vorsorge- und Ultraschalluntersuchungen
Dein Frauenarzt wird deine Schwangerschaft nach der Diagnose Mehrlingsschwangerschaft automatisch als Risikoschwangerschaft einstufen. Davon solltest du dich nicht verunsichern lassen! Es bedeutet zunächst nur, dass du und deine Babys noch etwas häufiger Vorsorge- und Ultraschalluntersuchungen bekommen, damit man sichergehen kann, dass es euch allen gutgeht und mögliche Risiken von vornherein ausgeschaltet werden können.

Eineiige oder zweieiige Mehrlinge
Deine Babys können auf zweierlei Arten entstanden sein: Eineiige Mehrlinge sind es, wenn sich eine befruchtete Eizelle teilt. Eventuell teilen sich die beiden dann sogar eine Fruchtblase. Dann haben deine Babys exakt die gleichen Erbanlagen. Das heißt, sie sehen zum Beispiel identisch aus.
Bei zweieiigen Mehrlingen hat jedes Baby seine eigenen persönlichen Merkmale, da zwei Eizellen gleichzeitig befruchtet worden sind und sie nicht mehr als gewöhnliche Geschwister miteinander gemein haben.

Risiko? Warum eigentlich?
Bei eineiigen Mehrlingen, die in einer Fruchtblase heranwachsen, können einige Situationen gefährlich werden: Die Nabelschnur kann sich verwickeln oder ein Baby bekommt mehr Nahrung als das andere, sodass sich nicht beide gleich gut entwickeln können. Bei zwei oder mehr Babys ist es sehr häufig so, dass sie etwas zu früh geboren werden. Eine gute und regelmäßige Betreuung durch deinen Frauenarzt ist sehr wichtig – achte also darauf, dass du alle Termine gewissenhaft einhältst.

Expertentipps von Oberarzt Oliver Fietz:

  • Trinken Sie etwas mehr als sonst. Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen. Für drei müssen Sie aber nicht essen!
  • Stellen Sie sich mit Ihrem Partner darauf ein, dass Ihre Mehrlinge ein bisschen früher zur Welt kommen. Haben Sie also schon einige Wochen vor dem errechneten Geburtstermin möglichst alles vorbereitet.
  • Suchen Sie sich für die Geburt eine Klinik mit angeschlossener Kinderklinik, damit im Falle von Komplikationen alles zur Verfügung steht.
  • Auch wenn eine Mehrlingsschwangerschaft etwas Besonderes ist, dürfen Sie alles tun, was Ihnen guttut und wobei Sie sich wohlfühlen.

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