Der Beginn einer wunderbaren Eltern-Kind-Beziehung

„Bonding“?! Noch nie gehört! Was ist das und inwiefern hat das etwas mit mir und meinem Kind zu tun?

Der Begriff „Bonding“ (engl. = Bindung) ist psychologischer Natur und beschreibt die Entwicklung einer (emotionalen) Bindung/ Beziehung zwischen Eltern und Kind. Als Auslöser gilt unter anderem der Moment direkt nach der Geburt, wenn die Hebamme der frisch gebackenen Mutter ihr Neugeborenes auf den Bauch legt. Der erste Hautkontakt legt den Grundstein für die intime Beziehung zwischen Mama und Baby. Auch Papas beschreiben häufig das Geburtsereignis als Ursprung der Vater-Kind-Beziehung. Bonding ist allerdings kein einmaliger Moment, sondern ein Prozess, der manchmal auf sich warten lässt.

Warum ist Bonding so wichtig?
Bonding wirkt sich in erster Linie auf die Verbindung zwischen euch und eurem Baby aus. Dabei nimmt es außerdem ganz individuell Einfluss auf Mama, Papa und Kind. Eine gute Beziehung zu den Eltern verbessert die Empfindung und Wahrnehmung eines Babys schon in frühen Tagen. Davon profitiert euer Kind auch im späteren Leben. So fällt es ihr oder ihm zukünftig leichter, mit unbekannten Situationen umzugehen und Vertrauen zu Mitmenschen aufzubauen. Für frisch gebackene Mamas und Papas ist Bonding ebenfalls sehr wertvoll. Es hilft euch dabei, die Elternrolle anzunehmen und euch in euer Kind hineinzuversetzen. Somit entstehen sogar Vorteile für die spätere Erziehung eures Lieblings – Was das angeht, ist eine gute Eltern-Kind-Beziehung nämlich die halbe Miete.

Startschwierigkeiten beim Bonding – Was wenn es nicht von Anfang an „funkt“?
Besonders junge Eltern oder Paare, die zum ersten Mal ein Baby bekommen, machen sich vor der Geburt  viele Gedanken. Auch bezüglich der Beziehung zum zukünftigen Kind zerbrechen sich werdende Mamas und Papas den Kopf. Wenn du zum ersten Mal euer Baby in den Armen hältst, aber noch keine emotionale Bindung spürst, kann das schon mal irritieren – einen Anlass zur Sorge gibt es allerdings nicht.

Was tun wenn die „Liebe auf den ersten Blick“ ausbleibt? Ganz einfach: Abwarten! Die Bindung zu deinem Kind entwickelt sich früher oder später von ganz alleine – in der Regel spätestens innerhalb des ersten Lebensjahres. Die Gründe, warum es nicht von Beginn an „funkt“, können vielseitig sein. Zumal die Geburt ein stressiges und anstrengendes Ereignis ist, mag es für manche Eltern im Anschluss daran schwierig sein, plötzlich in bedingungslose Liebe umzuschwenken. Bis du dich als Elternteil mit deinem Baby emotional verbunden fühlst, kann es also schon mal ein Weilchen dauern.

Schlaflose Nächte und volle Windeln werden es dir mitunter nicht leichter machen, dich zu dem kleinen Schreihals hingezogen zu fühlen. Doch indem du dich um dein Baby kümmerst und viel Zeit investierst, stärkst du eure Beziehung – so baut dein Kind Vertrauen zu dir auf. Gib dem kleinen Wonneproppen den Schutz und die Zuwendung, die er braucht. Dass sich das Kind geborgen fühlt, ist nämlich die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Bonding. Früher oder später wirst du dich bedingungslos in deinen kleinen Sprössling verlieben – das ist sicher! Du solltest dir immer vor Augen halten: Bonding lässt sich nicht erzwingen!

MYTHOS:

Verhindert ein Kaiserschnitt oder eine Frühgeburt den Bindungsprozess zu meinem Kind?

Nein, darüber musst du dir keine Gedanken machen! Auch wenn die Geburt nicht natürlich oder reibungslos verläuft, besteht kein Grund zur Sorge – Bonding kann nachgeholt werden! Ein schönes Geburtsereignis ohne Strapazen hilft sicherlich dabei, die ersten Bande zwischen Eltern und Baby zu knüpfen, allerdings ist dieses keine Voraussetzung für eine liebevolle Eltern-Kind-Beziehung.  Solange ihr euch nach der Geburt viel Zeit für euer Baby nehmt, steht eurer Liebe nichts mehr im Weg.


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