Vielleicht kennst du das Gefühl, im warmen Badewasser richtig schön entspannen zu können. Auch für eine Entbindung kann es für dich angenehmer sein, die tragende Kraft und die Wärme des Wassers zu nutzen. Auch die Wehen können leichter erträglich sein und du brauchst vielleicht weniger Schmerzmittel. Außerdem ist es einfacher für dich, zwischen den verschiedenen Gebärhaltungen zu wechseln.

Eine Wassergeburt kannst du wählen, wenn dein Baby eine normale Größe hat und keine Auffälligkeiten festgestellt wurden. Du solltest auch gesund sein, also zum Beispiel keinen Diabetes haben oder an Hepatitis erkrankt sein. Wenn dein Baby in Beckenendlage liegt, du mehr als ein Kind erwartest oder dein Baby zu früh auf die Welt kommt, kannst du leider nicht im Wasser entbinden. Auch wenn du eine PDA bekommen hast, geht es leider nicht.

Du musst nicht befürchten, dass dein Baby bei der Geburt Wasser in seine Lungen bekommen und ertrinken könnte. Neugeborene haben den sogenannten „Tauchreflex“. Das ist ein angeborener Reflex, der die Luftröhre verschließt. Außerdem wird dein Baby innerhalb der ersten Minute nach der Geburt an die Wasseroberfläche gehoben, um es dir dann – im Idealfall außerhalb des Wassers – auf den Bauch zu legen.

Bärbel Göthel, Leitende Hebamme erklärt:

In der Regel musst du dich nicht vorher festlegen, ob du die Geburt ganz oder teilweise im Wasser erleben möchtest. Du kannst es im Kreißsaal ausprobieren, ob du dich in der Badewanne wohlfühlst. Die Wassertemperatur entspricht deiner Körpertemperatur, ist also zwischen 36 und 38 Grad Celsius warm. Du kannst während aller Phasen der Geburt im Wasser bleiben. Das entscheidest du ganz nach deinem eigenen Empfinden.
Dein Baby profitiert von der Geburt im Wasser. Es gleitet vom Fruchtwasser in eine flüssige und damit vertraute Umgebung. Statt gleißenden Lichts und lauten Stimmen nimmt es durch das Wasser alles gedämpft wahr. Alle Babys atmen erst zum ersten Mal, wenn ihre Gesichtshaut Kontakt mit der Luft hat.


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